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Klaus Kinski spricht François Villon

Ich bin nach deinem roten Mund so krank
Von Klaus Kinski bearbeitete Fasssung
der Nachdichtung von Paul Zech:

Eine neue Ballade, gedichtet für Mira l'Ydolle
 
Am Abend standen alle Bäume grau und krank
im Wald herum, weil in dem Wiesengrund der Tag ertrank.
Du aber warfst die Kleider fort vom Leib
und hast ein weißes Licht
mir angezündet, Abendweib,
mit Wurzelhaar und Tiergesicht.
Und immer werden meine Augen hell und weit,
wenn in dem Wald der weiße Mond erscheint.

Die Bäume wuchsen in den Mai hinein
und wollten nicht mehr grau und einsam sein.
Ich aber weiß nicht, wo du weilen magst,
ich weiß nur, wie du hautnacktheiß
an meinem Munde lagst.
Und über uns der Mond zog seinen Kreis
die lange Nacht
und hat mich krank gemacht.

Ich bin nach deinem roten Mund so krank,
der sich an meinem Blut betrank.
Das werd ich manche Nacht im Wald
noch wissen ... du, warum kommst du nicht mehr
zurück, im weißen Kleid. Bald bin ich alt
und wie die Bäume krank und leer ...
Und könnte sein wie einst im weißen Licht,
dein Nachtgemahl mit Wurzelhaar und Tiergesicht.

 

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zuletzt aktualisiert am 06.03.2001