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Leichen pflastern seinen Weg

Il grande silenzio
= Leichen pflastern seinen Weg
= Le grand silence
= The Big Silence
= The Great Silence
Frankreich/Italien 1968


Genre: Italo-Western

Regie: Sergio Corbucci

Drehbuch: Sergio Corbucci, Mario Amendola, Vittoriani Petrilli, Bruno Corbucci

Darsteller: Klaus Kinski (Tigrero), Jean-Louis Trintignant (Silence), Vonetta McGee (Pauline), Marisa Merlini, Maria Mizar, Luigi Pistilli (Pollicut), Mirella Pamphili, Marisa Sally, Frank Wolff (Sheriff Burnett), Raf Baldassarre, Mario Brega, Spartaco Conversi, Carlo d'Angelo, Remo de Angelis

Produzent: Giovanni A. Giurgola

Kamera: Silvano Ippoliti

Schnitt: Amedeo Salfa

Musik: Ennio Morricone

Farbe: Eastmancolor

Sprache: Italienisch

Dauer: 105 Minuten

Erstaufführung: 21. Februar 1969 (BRD)

Inhalt: 1896. An der Grenze zwischen Mexiko und den USA ist Schnee gefallen. Die Outlaws, die in den Bergen ihre Schlupfwinkel haben, müssen mildere Regionen aufsuchen. Sie werden dort schon erwartet von den Kopfgeldjägern, die oft schon für wenige Dollars töten. Der grausamste unter ihnen ist Loco. Die Freunde und Angehörigen der von Loco umgebrachten Geächteten engagieren einen Gunfighter, der den Kopfgeldjäger jagen und töten soll: Silenzio, so genannt, weil Räuber ihm als Kind die Stimmbänder durchgeschnitten haben. Unter denen, die sich auf Silenzio verlassen, ist Pauline, die Witwe eines der Männer, die Loco umgebracht hat. In Snow Hill lernt Silenzio den neuen Sheriff kennen, einen ordentlichen Mann, der an die Kraft des Gesetzes glaubt und sein Bestes tut, um für Ordnung zu sorgen. Silenzio erlegt einen Kopfgeldjäger nach dem anderen, wobei er seine Gegner immer provoziert, zuerst zu ziehen: er tötet nur in Notwehr.
(Hembus, Western-Lexikon)

Kritik: Der Italo-Western wurde berühmte durch Staub und Schlamm. Dieser Film ist die Ausnahme. Ein Schneewestern in klirrenden Bildern. Alles in diesem Film ist kalt: die Landschaft und ganz besonders die Herzen der Menschen.
"Leichen pflastern seinen Weg" ist ein moralischer Film. Er setzt sich ein für die sozial Geächteten und stellt ihnen dafür einen grausamen, schönen Racheengel zur Seite.
Das ist Revolution im Geiste und chritliche Religion im Prinzip. Der Held Silenzio opfert sich, um die Welt um ihn herum zu retten. Lebendig wäre er vielleicht nützlicher gewesen. Sein Mythos aber macht ihn unsterblich und zum seelischen Anker für die Verzweifelten. "Leichen pflastern seinen Weg" ist ein katholischer Film. Heilvoll im Gedanken, aber in der Ausführung so entmenschlicht wie die Inquisition. Die Schußgefechte sind von unglaublich brutal. "Django"-Erfinder Corbucci weiß, was er seinem Publikum schuldig ist und er befriedigt die Erwartungen mit zynischen Dialogen und rotem Blut auf weißem Schnee. Die Leute sterben qualvoll, aber mit der großen Geste einer italienischen Oper. Und es sieht immer unheimlich schön.
(City-Guide Köln)
 
Mit bezwingender Konsequenz inszenierte Corbucci die zynische Geschichte vom gesetzlich geschätzten Bösen und dem stummen Rächer, der dagegen zu Felde zieht. Klaus Kinski als glattrasierter, etwas kindlicher Blondschopf, trägt noch die Züge des irren Killers, ist aber vielmehr ein kühl kalkulierender Geschäftsmann in Sachen Leichen. Sein Handwerk ist blutig und erbarmungslos, aber legal. Seine Opfer, arme Schweine, halbverhungerte Outlaws, stehen außerhalb des Gesetzes wie "Il Silencio", der stumme Scharfschütze, die Personifikation des Racheengels. Mit Jean Louis Trintignant fand Corbucci eine ungewöhnliche aber ideale Besetzung für "Il Silenzio", der den geschäftstüchtigen Kopfgeldjäger aus der Reserve zu locken versucht. Das blutige Katz- und Mausspiel steuert einem Ende entgegen, das 1968 eine ganze Kinogeneration irritierte und noch heute verblüffend.
(Cinema Filmkritik)
 
Outlaws, die aus den verschneiten Bergen in mildere Regionen herabsteigen, werden von erbarmungslosen Kopfgeldjägern erwartet. Silenzio, ein Revolvermann, Personifikation des Racheengels, stellt sich gegen die Kopfjäger. Mit bezwingender Konsequenz inszenierter, überaus zynisch-brutaler Italowestern, ein Hauptwerk seines Genres und seines Regieautors Corbucci.
(rororo Filmlexikon)

 

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zuletzt aktualisiert am 16.09.2001