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Klaus Kinski - Filme

Fitzcarraldo

Fitzcarraldo

BRD 1982
 

Genre: Abenteuer, Drama

Regie: Werner Herzog

Drehbuch: Werner Herzog

Fitzcarraldo
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Darsteller: Klaus Kinski (Brian Sweeney Fitzgerald genannt "Fitzcarraldo"), Claudia Cardinale (Molly), José Lewgoy (Don Aquilino), Miguel Ángel Fuentes (Cholo), Paul Hittscher (Orinoco Paul), Huerequeque Enrique Bohorquez (Huerequeque), Grande Otelo (Stationsvorsteher), Peter Berling (Opera Manager), David Pérez Espinosa (Häuptling der Campa Indianer), Milton Nascimento (Blackman At Opera House), Rui Pocannah (Kautschukbaron), Salvador Godínez (Alter Missionar), Dieter Milz (Junger Missionar), William L. Rose (Notar), Leoncio Bueno, Jean-Claude Dreyfus (Opernsänger), Jesús Goiri (Opernsänger), Veriano Luchetti (Opernsänger), Lourdes Magalhaes (Opernsänger), Christian Mantilla (Opernsänger), Costante Moret (Opernsänger), Dimiter Petkov (Opernsänger), Mietta Sighele (Opernsänger), Liborio Simonella (Opernsänger), Isabel Jimines de Cisneros (Opernsänger)

Produzenten: Werner Herzog, Walter Saxer, Lucki Stipetic

Kamera: Thomas Mauch

Schnitt: Beate Mainka-Jellinghaus

Musik: Popol Vuh, Richard Strauss

Farbe: Color

Sprache: Deutsch

Dauer: 158 Minuten

Uraufführung: 5. März 1982
 

Fitzcarraldo

 

Fitzcarraldo

 

Fitzcarraldo

Inhalt: Der Exzentriker Brian Sweeney Fitzcarraldo ist von der Idee besessen, in einem trostlosen Nest mitten im unberührten Amazonas-Dschungel ein großes Opernhaus zu errichten. Von den Ersparnissen seiner Freundin, der Bordell-Besitzerin Molly, kauft Fitzcarraldo einen verrotteten Flussdampfer. Mit ihm will er in ein unerschlossenes Kautschukgebiet schippern, um dort das Geld für den Bau zu erwirtschaften. Um die unpassierbaren Stromschnellen einer Flussmündung zu umgehen, entwickelt der Besessene einen atemberaubenden Plan: Hunderte von Indios sollen das riesige Schiff über eine unpassierbare Urwaldhöhe transportieren.

Kritik: Die filmische Realisation dieser Abenteuergeschichte gewinnt Reiz und Spannung aus der gewaltigen Kulisse und dem Widerstand einer exotischen Urlandschaft. Von Werner Herzog sehr aufwendig in den Mitteln, aber mit unspektakulärer Ruhe und scheinbarer Leichtigkeit inszeniert.
Lexikon des internationalen Films

Bundesfilmpreisgekröntes, visionäres Abenteuer.
TV Spielfilm

Werner Herzog hat wieder einmal mehr seine Kritiker mundtot gemacht und mit seinem jüngsten Film all die zum Verstummen gebracht, deren Anschuldigungen und Verleumdungen das schwierige Projekt während seiner vierjährigen Entstehung begleiten. So ist dieser Film über einen liebenswerten Träumer und Phantasten, der mitten im peruanischen Urwald Berge versetzt, indem er ein Schiff über einen solchen zieht, ein visuelles Kunstwerk ersten Ranges, wo der Mensch in der Konfrontation mit seinen Grenzsituationen Würde, Größe und Aufrichtigkeit erlangt. Wie im Märchen ist es der Außenseiter und "Spinner", der die scheinbar normale Welt auf den Kopf stellt und ihre Relativität entlarvt.
J. M. Thie

Brian Sweeney Fitzgerald träumt von der großen Oper an den Ufern des Amazonas und ist willens, Himmel und Hölle, wenigstens aber einen großen Raddampfer in Bewegung zu setzen, um sein Ziel zu verwirklichen. Am Schluss kriegt er den Kahn zwar über den Berg und durch den Dschungel rüber auf den anderen Flussarm und umschifft so tödliche Stromschnellen, scheitert aber dennoch am Willen des Schicksals. Als Optimist und Lebenskünstler kriegt er es dennoch fertig, in Begleitung dröhnender Opernklänge wieder den Ursprungshafen anzulaufen und einen großen Bahnhof inklusive Claudia Cardinale zum Empfang genießen zu dürfen. Unschwer ist zu erkennen, dass sich dieser Mann nahtlos in die Herzogsche Galerie großer und närrischer Helden einreiht, nur dass er, anders als sein struppiger Cousin Don Lope de Aguirre, nicht am Schluss geistesverwirrt auf einem Floß dahintreibt, sondern zufrieden eine Zigarre schmauchen und sich brüsten darf, das Unmögliche wenigstens für kurze Zeit vollbracht zu haben. Die inhaltliche Substanz dieses ganzen Unterfangens ist, wie nicht selten bei Herzog, eher dürftig, aber was auf optischer und akustischer Ebene abläuft, ist schon einen Kinobesuch wert. Berauschende Tableaus aus den Wäldern des Amazonas und weihevoll sphärische Klänge von Popol Vuh, der Hausband in solchen Angelegenheiten, sorgen für eine solch sinnliche Intensität, dass man den im Grunde unsinnigen Anlas für all das Treiben rasch vergessen hat und sich allein dem Genus hingibt. Für Freunde von Klaus Kinski sei dazu gesagt, dass sich sein Wahnsinn diesmal in gemäßigten und durchaus sympathischen Bahnen bewegt, er sogar eine heitere und euphorische Stimmung um sich herum verbreitet, die ihn nur ganz selten im Stich lässt, etwa wenn die rätselhaft fremden Indianer nicht so wollen, wie er will, oder wenn schließlich das Schiff doch noch in die Stromschnellen gerät, denen es ja eigentlich ausweichen sollte. Diverse zeitgenössische Berichte über Missstände bei den Dreharbeiten mit Amazonasindianern lassen sicherlich die Frage aufkommen, ob Aufwand und Absichten bei Herzog in einem vernünftigen Verhältnis gestanden haben, aber wenn man mal unterstellen will, dass nicht viel dran ist an der üblen Nachrede, so halte ich das rein filmische Ergebnis für eindrucksvoll. Es unterstreicht Herzogs Rang als der letzte große Abenteurer des deutschen Kinos, der allein mit seinen Bildern eine ganze Geschichte erzählen und den Zuschauer in seinen Bann ziehen kann.
Frank Buschmann

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zuletzt aktualisiert am 01.11.2001